Die Philosophie



Es geht in dieser Arbeit um die tiefen Wahrheiten über das Sterben, die ursprünglich
auch in unserer Kultur bekannt waren, die jedoch mit dem Siegeszug des
naturwissenschaftlichen Denkens in den letzten Jahrhunderten zunehmend in
Vergessenheit gerieten und daher neu ins Bewusstsein gehoben werden müssen.
Als fruchtbar für diesen Prozess erweist sich die Begegnung mit anderen Kulturen,
die dieses Wissen weniger verdrängt haben, unter andern mit den Lehren der
tibetischen Tradition.

Wegleitend sind die folgenden Wahrheiten:


- Leben und Sterben sind die polare Einheit unseres Daseins: Entstehen - Vergehen;
  Wachsen - Abnehmen; Geboren werden in diese Welt - Geboren werden in die
  geistige Welt.
- Sterben ist der Akt des Loslassens, der endgültigen Hingabe an die grosse
  göttliche Liebe, die uns seit je trägt und erhält, ein Akt, nicht so sehr auf der Ebene
  des Verstandes, als vielmehr tief in der Seele.
- Die Art und die Bewusstheit, in denen jemand lebt, prägen sein Sterben wesentlich mit.
  Sterben ist oft die Erfüllung des letzten Restes der Lebensaufgabe. Was wir als Inhalte
  unseres Bewusstseins aufgebaut und zugelassen haben, schafft die Erfahrung mit,
  die wir im Tode erleben.
- Dabei darf die Wirklichkeit des Sterbens nicht idealisiert werden. Der Weg in den Tod
  ist oft geprägt von Krankheit, Leiden, Schmerz und Trauer. Auch das ist Teil der polaren
  Wahrheit.


Seitenanfang