Im Sterben die Fülle des Lebens erfahren

ein Begleitbuch, Patmos-Verlag, Düsseldorf Ostfildern
1. Auflage 1994, 10. Auflage 2015
Preis: CHF 25.90 / € 18.- zzgl Versand
ISBN-Nummer: 978-3-8436-0089-7
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Im ersten Teil “Begegnungen“ erzählt und reflektiert der Autor Begegnungen, die er während seiner 12-jährigen Tätigkeit als Seelsorger in Heimen und Krankenhäusern hatte.
Es wird klar, wie sehr Lebenseinstellung und Charakter eines Menschen sein Sterben prägen. Menschen, die gerne befehlen, haben es oft schwer, sich in das Sterben hinzugeben.
Und auch: Sterben offenbart Charakter und Lebens-
einstellung. Zum Beispiel: Sind Liebe oder Glauben wirklich echt oder bloss aufgesetzt ?
  
Auch die heute verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber den letzten Sinnfragen des Lebens, den Fragen nach der göttlichen Dimension des Menschen, kann das Sterben erschweren.
Im Sterben verdichtet sich das Leben; der Mensch kommt ganz zu sich selber. In diesem Sinne ist Sterben etwas Meditatives, aber auch etwas sehr Lebenserfülltes.
Der blosse Wunsch “jetzt möchte ich sterben“ signalisiert oft noch nicht die wahre Bereitschaft. Immer wieder brauchen Menschen Wege durch Krankheit und Leid, um zum Sterben zu reifen. So erweisen sich diese beschwerlichen Zeiten und Wege oft als überaus sinnvoll.
Die über die Schweizer Grenzen hinaus bekannten Vereinigungen zur Beihilfe zum Suizid werfen eigene Probleme auf, ebenso der plötzliche und unerwartete Tod - durch Unfall, Schlaganfall oder Suizid.
Spezifische Hinweise zur praktischen Begleitung durch Pflegende und Freiwillige, zu den besonderen Problemen der Angehörigen, aber auch zu Abschiedsfeiern von Verstorbenen schliessen diesen ersten Teil ab.
Ein zweiter Teil “Schlussfolgerungen“ setzt die Ueberlegungen auf einer geistigen Ebene fort. Drei Menschheitslehrer und ihr Sterben werden kurz vorgestellt: Sokrates, Jesus und Bhagwan Shree Rajneesh, genannt Osho, ein indischer Lehrer am Ende des 20. Jahrhunderts. Die Diskussion ihrer Lehren führt zu den tiefsten Fragen des Menschseins: Das Ringen um den Sinn von Leben und Sterben. Die tiefen Unterschiede zwischen westlichen und östlichen Traditionen werden sichtbar, auch die Frage der Reinkarnation stellt sich. Hier kann nicht mehr mit dogmatischem Absolutismus argumentiert werden, sondern nur noch mit grosser Toleranz und Offenheit. In jeder religiösen Tradition lebt Wahrheit. Die Studie schliesst mit einem Plädoyer für einen offenen Dialog, der Unterschiede nicht vorschnell einebnet, sondern ernst nimmt und so in der Vielfalt die Einheit zu erkennen sucht.


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